Regeln

Texas Hold’em ist nicht nur die beliebteste, sondern auch eine der am leichtesten zu erlernene Pokervariante. Lesen Sie hier kurz den Ablauf einer Spielrunde, und schon sind sie fit für ihre erste Teilnahme am Turnier von Pokerevents-Hamburg.

1. Vor Beginn einer Spielrunde wird der “Dealer” festgelegt, also der Kartengeber. Bei unserem Turnier werden die Karten von einem professionellen, neutralen Kartengeber gemischt und verteilt. Ein Spieler wird also nur symbolisch zum “Dealer” ernannt und mit einem entsprechenden Button vor sich auf dem Tisch gekennzeichnet. Der Button wandert nach jeder Spielrunde eine Position im Uhrzeigersinn weiter zum nächsten Spieler.

2. Bevor die Karten ausgegeben werden, müssen zwei Zwangseinsätze getätigt werden. Der Spieler links vom Dealer setzt einen einfachen Betrag an Chips (“small blind”), dessen Nachbar den doppelten Betrag (“big blind”). Die Höhe der Blinds ist festgelegt und wird in regelmäßigen Abständen angehoben.

3. Jeder Spieler erhält zwei verdeckte Karten, der Spieler links vom Dealer als Erstes. Diese zwei Karten können später zusammen mit fünf weiteren Karten, die offen für alle auf dem Tisch liegen und quasi jedem Spieler “gehören” (die sogenannten “Gemeinschaftskarten”), zu einem möglichst hohen Pokerblatt, bestehend aus fünf Karten, kombiniert werden. Die möglichen Kombinationen sind weiter unten aufgeführt. Es kann jede beliebige Kartenkombination genutzt werden, also beide verdeckten Karten mit drei offenen, nur eine der verdeckten Karten mit vier offenen, oder man nutzt gar keine verdeckte, sondern lediglich die fünf Gemeinschaftskarten. Am Schluss gewinnt derjenige, der als Letztes geboten hat, oder bei mehreren Bietern derjenige unter ihnen mit dem höchsten Blatt. Doch soweit sind wir noch nicht, bislang besitzt jeder erst zwei verdeckte Karten.

4. Reihum, wiederum beginnend beim Spieler links vom Dealer, können die ersten Einsätze getätigt werden. Mindesteinsatz ist dabei die Höhe des Big Blind, die anderen Spieler können den Einsatz jeweils mitgehen (“call”) oder erhöhen (“raise”). Jeder Spieler darf dabei jederzeit seine gesamte Menge an Chips riskieren (“All-in”). Wer auf seine zwei verdeckten Karten keine Chips setzen oder den Einsatz der Gegner nicht mitgehen möchte, steigt aus der Bieterrunde und damit aus der laufenden Spielrunde aus (“fold”).

5. Ist die erste Bieterrunde beendet, werden die ersten drei der offenen Karten für alle sichtbar auf den Tisch gelegt (“flop”). Nun darf wieder gesetzt werden, wiederum beginnend links vom Dealer beim ersten Spieler, der in der laufenden Runde noch dabei ist.

6. Anschließend wird eine weitere der offenen Karten ausgelegt (“turn card”), nach einer weiteren Bieterrunde die letzte (“river card”). Nun weiß jeder Spieler, welches höchstmögliche Blatt sich aus seinen zwei verdeckten und den fünf offenen Karten kombinieren lässt. Ein letztes Mal darf jeder auf sein Blatt setzen.

7. Bleibt in einer der Bieterrunden nur noch ein Spieler übrig, der bereit ist zu setzen, erhält er alle bisherigen Einsätze der laufenden Spielrunde (“pot”). Setzen zwei oder mehrere Spieler bis zum Schluss weiter und steigen nicht aus, müssen sie ihre zwei verdeckten Karten offenlegen. Der Pot geht dann an den Spieler mit dem höchsten Blatt. Haben zwei oder mehrere Spieler ein Blatt mit demselben Wert, wird der Pot unter ihnen aufgeteilt. Die nächste Runde kann beginnen.

8. Es wird solange gespielt, bis ein Spieler alle Chips der Kontrahenten gewonnen hat.

Und, ganz wichtig, in dieser Reihenfolge steigen die möglichen Blätter in ihrer Wertigkeit:

1. High Card. Hat kein Spieler eine der weiteren Kartenkombinationen zu bieten, zählt die höchste Karte des jeweiligen Blattes, beginnend bei Ass, sonst König, Dame, Bube usw. Die Farben der Karten haben bei Texas Hold’em für die Wertigkeit eines Blattes keine Bedeutung. Ist die jeweils höchste Karte gleich, gilt die nächsthöhere.

2. One pair. Ein Pärchen zweier Karten mit gleichem Wert, also z. B. zwei Buben. Haben zwei Spieler jeweils ein Pärchen, gewinnt der Spieler mit dem höheren Pärchen, wiederum beginnend bei zwei Assen, zwei Königen, zwei Damen, zwei Buben usw. Ist das Pärchen gleich, entscheidet die höchste Beikarte (“kicker”).

3. Two pair. Zwei Pärchen mit jeweils gleichem Wert, also z. B. zwei Buben und zweimal Acht. Haben zwei Spieler zwei Pärchen, so gibt das jeweils höhere ihrer zwei Pärchen den Ausschlag. Ist auch das gleich, haben also z. B. beide Spieler zwei Asse, gilt die Höhe des niedrigeren Pärchens, herrscht auch hier Gleichheit, entscheidet wieder der “kicker”.

4. Three of a kind. Der “Drilling”, also drei Karten desselben Wertes, z. B. drei Zehnen. Haben zwei Spieler einen Drilling, gewinnt der höhere Drilling. Zwei ranggleiche Drillinge kann es nicht geben, da von jedem Kartenwert nur vier Karten in einem Kartenspiel (“deck”) stecken.

5. Straight. Eine “Straße”, sprich fünf aufeinanderfolgende Karten in einer beliebigen Farbe, also z. B. 6-7-8-9-10 oder 10-Bube-Dame-König-Ass. Wichtig: eine Straße darf nicht über ein Ass hinaus- und dann bei der Zwei weiterlaufen, die Kombination König-Ass-2-3-4- z. B. wäre keine gültige Straße. Haben zwei Spieler einen Straight, gilt die höchste Endkarte der Straßen.

6. Flush. Eine beliebige Kombination von Karten, aber alle in derselben Farbe. Bei Gleichheit gilt die höchste der fünf Karten, anschließend die zweithöchste usw.

7. Full House. Eine Kombination aus einem Drilling und einem Pärchen. Haben zwei Spieler ein Full House, entscheidet die Höhe des Drillings.

8. Four of a kind. Ein “Vierling”, sprich vier Karten mit demselben Wert, etwa vier Damen. Bei Gleichstand gibt natürlich der höhere Vierling den Ausschlag.

9. Straight Flush. Eine Straße, aber im Unterschied zum “normalen” Straight haben alle Karten der Straße dieselbe Farbe. Es kommt bei einem so guten Blatt zwar höchst selten vor, dass zwei Spieler am Schluss der Runde einen Straight Flush zu bieten haben, falls aber doch, gilt wieder der höhere Wert der Endkarte.

10. Royal Flush. Ein Straight Flush mit dem Ass als Endkarte. Ein Royal Flush ist nicht mehr zu überbieten und für jeden Pokerspieler ein Traum.

Weitere Fragen, etwa zu den Bedingungen beim Erhöhen oder dem weiteren Ablauf, können natürlich jederzeit am Tisch geklärt werden.